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Adobe vs. Apple: Der Streit um Flash geht weiter

Apple hat sowohl im iPhone als auch im iPad auf eine Implementierung von Flash verzichtet und löste damit bie vielen Usern grosse Proteste aus. Während man beim iPhone noch sagen könnte, dass die Performance des Smartphones für Flash-Anwendungen nicht ausreicht und die Batterie-Laufzeit drastisch verkürzt wird, zieht dieses Argument beim iPad nun gar nicht mehr. Sowohl in der Rechenperformance als auch in der Batteriekapazität ist das iPad vielen Tablet-Pendants voraus. Apple Chef Steve Jobs liess schon mehrmals an internen Sitzungen verlauten, dass er keine proprietären Standards wie Flash sondern offene Formate wie das kommende HTML 5 bevorzugt. Ebenso bezeichnte er das Flash-Plugin des Browser Safari als Absturzursache Nr. 1 bei Macs. Nach der Veröffentlichung des SDKs für die Version 4.0 der iPhone Firmware wurde zudem bekannt, dass Apple keine Apps mehr akzeptiert, die mit Code-Generatoren (zu denen auch Adobes Flash CS5 gehört) erstellt wurden. Letzten Donnerstag veröffentlichte Steve Jobs auf der Apple Website dann einen offenen Brief und nahm konkret Stellung zum Sachverhalt.

Er betonte die zu Beginn enge Verbundenheit der beiden Firmen Adobe und Apple und der weitere Verlauf der Geschäftsbeziehungen (v.a. im Hinblick auf Adobes Creative Suite). Ebenso wiederholte er seine Aussagen betreffend HTML 5 und dem geschlossenen System Flashs. Dieser Angriff konnte Adobe natürlich nicht auf sich sitzen lassen und so gab Adobe Chef, Shantanu Narayen, dem WallStreetJournal am darauffolgenden Tag ein 15-minütiges Interview. Er erklärte, dass ein Hauptzweck und -ziel von Adobe Software es sei, mittels einem Workflow möglichst alle Geräte bedienen zu können. Also, dass einmal erstellter Content nicht für jedes Gerät und Format umgeschrieben werden muss. Ebenso warf er Apple vor, dass sie massgeblich die geschlossenen Systeme fördern würde, indem jede App zuerst durch Apples Kontrolle muss und Apple die Verwendung von Flash als Generator von iPhone Apps ausschloss (siehe oben). Ebenso würde mitaktivierter Hardware Acceleration (Beschleunigung) die Akku-Lufzeit in keinster Weise durch Flash beeinträchtigt. Auf die häufigen Abstürze durch das Flash-Plugin angesprochen meinte er: „Wenn Flash die Nummer 1 der Absturzursachen wäre, so hat das Apple Betriebssystem genauso viel damit zu tun“.

Auch wenn das Interview ein bisschen zu sehr auf die Multi-Plattform-Vision fokussiert ist, lohnt es sich doch sehr, die Sicht von Adobe zu hören.

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