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Tim Cook im Interview zum Thema Sicherheit: iCloud nutzt deine Daten nicht!

Tim Cook war in Brüssel an der Datenschutzkonferenz der EU, um dort eine Rede zu halten. Thema war unter anderem auch die iCloud.

Vor dem Termin in Brüssel hat der Apple CEO Matthias Kremp vom Spiegel zu einem Interview getroffen. Es wurden Sicherheitsthemen rund um iCloud behandelt.

Apples CEO unterstreicht immer wieder, wie gut die Daten in der iCloud verschlüsselt sind. Auch iMessage ist Ende-zu-Ende verschlüsselt und kann von Apple nicht eingesehen werden – das gilt weltweit.

iCloud auf Apples Servern ist durch dein Passwort geschützt. Apple hat ebenfalls einen „Schlüssel“ um dir deinen vergessenen Schlüssel wieder zur Verfügung zu stellen. Es existiert jedoch kein Dienst der deine Daten auswertet oder gar weiter nutzt.

Tim Cook betont, dass die Daten auf deinem Gerät durch deinen Passcode geschützt sind. Apple hat keine Möglichkeit an diese Daten heranzukommen.

 

Das Interview, welches der Spiegel mit Tim Cook geführt hat.

 

SPIEGEL ONLINE: Herr Cook, es gibt immer noch viele Nutzer, die Apples Cloud-Dienst iCloud nicht nutzen, weil sie um die Sicherheit ihrer Daten fürchten. Wie begegnen Sie dieser Skepsis?

Tim Cook: iCloud ist kein Datenstaubsauger, der Daten wahllos aufnimmt, sie dann Nutzern zuordnet. iCloud zeichnet beispielsweise nicht auf, welche Seiten Sie mit ihrem Browser aufrufen. iCloud ist nur da, wenn man sich bewusst dafür entschieden hat, es zu nutzen, um dort etwa ein Back-up seiner Nachrichten und Fotos abzulegen. Das ist etwas völlig anderes, als die Nutzer zu überwachen und daraus Profile abzuleiten.

SPIEGEL ONLINE: Aber manchmal versuchen auch Außenstehende, kriminelle Hacker beispielsweise, diese Daten auszulesen. Wie gehen Sie dagegen vor?

Cook: Die einzige Möglichkeit, um die Daten der Nutzer effektiv zu schützen – egal ob in der Cloud, auf einem Gerät oder bei der Übertragung – ist die Verschlüsselung. Mag sein, dass wir in Zukunft eine bessere Methode entwickeln, aber Stand heute ist das die einzige Möglichkeit.

Die Verschlüsselung auf unseren Geräten ist stark, denn wir speichern den Schlüssel ausschließlich auf dem Gerät. Nur der Nutzer hat diesen Schlüssel und kann das Gerät entsperren. Würde man uns drängen, es zu entschlüsseln, könnten wir das nicht.

SPIEGEL ONLINE: Gilt das auch für Chats?

Cook: Wenn man eine Nachricht mit iMessage verschickt oder jemanden per Facetime anruft, ist der Datenaustausch von Ende zu Ende verschlüsselt. Nur der Sender und der Empfänger können sehen oder hören, was geschrieben oder gesprochen wird, und auch die Übertragung ist verschlüsselt. Wir überwachen nicht, was Sie sagen, um anhand der Schlüsselwörter herauszufinden, welche Werbung man ihnen einspielen könnte und diese Informationen an Millionen von Firmen weiterzugeben. Bei manchen anderen Diensten ist das genau das Geschäftsmodell.

SPIEGEL ONLINE: Wie verhält sich das in Ländern, deren Regierungen gern Zugriff auf die Kommunikation ihrer Bürger hätten?

Cook: Unser Messaging-Service ist auf der ganzen Welt verschlüsselt, nicht nur in Demokratien. Bei uns steht im Kleingedruckten nicht: „Wir können das Gerät in diesem Land entschlüsseln, aber nicht in jenem.“

SPIEGEL ONLINE: Sind die Daten auch bei Ihrem Onlinedienst iCloud so gesichert wie auf den Geräten?

Cook: Dort haben unsere Nutzer einen Schlüssel, und wir haben einen. Das machen wir so, weil manche Nutzer ihren Schlüssel verlieren oder vergessen und dann von uns Hilfe erwarten, um wieder an ihre Daten zu kommen. Es ist schwer abzuschätzen, wann wir diese Praxis ändern werden. Aber ich glaube, das wird künftig wie bei den Geräten geregelt. Wir werden also auch dafür künftig keinen Schlüssel mehr haben.

SPIEGEL ONLINE: Wollen Sie nicht mit den Daten Ihrer Kunden Geld verdienen? Das scheint doch lukrativ zu sein.

Cook: Wir betrachten Privatsphäre als einen Grundwert. Das ist ein Teil unserer Sicht auf die Welt und daraus haben sich unsere Geschäftsmodelle abgeleitet. Wenn es uns nur darum ginge, mit Kundendaten Geld zu verdienen, müssten wir einiges anders machen.

SPIEGEL ONLINE: Apple wird dafür kritisiert, bestimmten Apps den Zugang zum App Store und damit zu iPhones und iPads zu verwehren.

Cook: Das ist so, als würde man in den Laden an der Ecke gehen: Da hat auch jemand entschieden, was angeboten wird. Dasselbe gilt für einen Zeitschriftenkiosk oder einen Zeitschriftenredakteur, der auswählt, welche Geschichten gedruckt werden. Was du auswählst, sagt etwas über dich aus. Wir haben unsere Onlineangebote vom ersten Tag an kuratiert, weil wir wussten, wie stark sich diese Produkte über uns verbreiten. Damit gehen die Verantwortung und die Verpflichtung einher, sie gut zu machen.

„Unser Ziel ist es, dass alles in unseren Produkten recyclingfähig ist“

SPIEGEL ONLINE: Verantwortung haben Sie ja aber nicht nur gegenüber ihren Kunden, sondern auch gegenüber Ihren Herstellern und deren Angestellten. Wird es irgendwann ein vollkommen fair produziertes iPhone geben, entstanden unter guten Arbeitsbedingungen und ressourcenschonend?

Cook: Unsere Bemühungen in dieser Richtung sind vielfältig. Das ist eine Reise, deren Ziele man nach und nach erreicht. Erstens sind uns Menschenrechte wichtig. Wir führen regelmäßig Überprüfungen unserer Lieferkette durch und kontrollieren, ob die Mitarbeiter dort gut behandelt werden. Zweitens kümmern wir uns intensiv um die in unseren Produkten verwendeten Materialien. Noch sind wir nicht so weit, aber unser Ziel ist es, dass alles in unseren Produkten recyclingfähig ist.

SPIEGEL ONLINE: Trotzdem werden Sie nicht umhinkommen, natürliche Ressourcen intensiv zu nutzen.

Cook: Bei unseren Herstellungsprozessen berücksichtigen wir unter anderem den Wasserverbrauch. Aber wenn man es richtig macht, muss man den Verbrauch vieler natürlicher Ressourcen betrachten. Das Holz für unsere Verpackungen etwa stammt aus nachhaltigem Anbau, unser Unternehmen nutzt ausschließlich erneuerbare Energie. Aber selbst das reicht nicht aus. Jetzt müssen wir diese Technik auch zu unseren Zulieferern bringen.

(via spiegel.de)

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