Düsseldorf: Apples Vorzeigeschule überwindet Sprachbarrieren mit dem iPad

Apple zeigt anhand der Wilhelm-Ferdinand-Schüßler-Tagesschule, Düsseldorf wie das iPad in der Schule Sprachbarrieren überwinden und zu erfolg bei den Schülern führen kann.

Wenn Worte nicht ausreichen, finden Lehrer mit dem iPad eine gemeinsame Sprache

Eine Stimme ruft „Sabah-ul-khair“ und ein motivierter Chor erwidert die Begrüssung.

Zu Beginn jeder Sprachunterrichtsstunde an der Wilhelm-Ferdinand-Schüßler-Tagesschule in Düsseldorf bittet Lehrer Nick Kyriakidis einen anderen Schüler „Guten Morgen“ in seiner Muttersprache zu sagen. An diesem Morgen, wie es in diesen Tagen am häufigsten der Fall ist, ist dies in Arabisch.

Das iPad gibt den Schülern die Freiheit, ausserhalb des Klassenzimmers weiter zu lernen.

Die Vielfalt dieses Klassenzimmers spiegelt das sich wandelnde Gesicht Deutschlands und Europas wider. In den letzten fünf Jahren hat die Region den grössten Zustrom von Einwanderern und Flüchtlingen seit dem Zweiten Weltkrieg erlebt. Viele sind vor Gewalt und Krieg im Nahen Osten geflohen, was eine Vielzahl besonderer Herausforderungen für die Pädagogen darstellt, die nicht nur mit verschiedenen Sprachen, sondern auch mit völlig unterschiedlichen Alphabeten umgehen müssen. In einigen Fällen haben Neuankömmlinge noch nie in ihrem Leben ein Klassenzimmer betreten.

iPad als wichtiges Hilfsmittel

Für Lehrer Kyriakidis, 47, und seinen Kollegen Sinaan El Haq Hadjeri, 31, die die Klasse an verschiedenen Tagen abwechselnd unterrichten, ist das iPad eines der wichtigsten Hilfsmittel, das es ihnen ermöglicht die Sprachbarriere überwinden zu können.

„Kinder ziehen sich zurück wenn sie Angst haben Fehler zu machen“, sagt Kyriakidis. „Wenn wir versuchen diese Angst abzubauen, ist es viel einfacher für sie, mit uns zu lernen, weil sie nichts zu verlieren haben.“

Die Schülerinnen Sharleen Wambui (links) und Medina Ibrahim arbeiten gemeinsam an ihren iPads.

„Mit dem iPad ist es anders als wenn sie etwas [auf Papier] schreiben und ich dann mit meinem roten Stift komme und „das ist falsch“ sage, unterstreicht Hadjeri. „[Mit dem iPad] lernen sie für sich selbst.“

Von den rund 325 Schülern aus 39 Ländern haben etwa 20 Prozent „Deutsch als Zweitsprache“ (DAZ). Von den sieben Schülern, die heute in der Klasse sind, kommen vier aus Syrien und die anderen drei aus Afghanistan, Irak und Kenia.

Seit die Schule das 1:1 iPad-Programm gestartet hat, bei dem jeder Schüler Zugang zu seinem eigenen iPad hat, haben 100 Prozent der Teilnehmer ihren Abschluss gemacht, ein Anstieg von mehr als 20 Prozent. Und nirgendwo ist der Unterschied deutlicher als bei DAZ-Schülern.

Dazu gehören Medina Ibrahim, 13, und ihr Bruder Mohammed, 16, die mit ihren Eltern und zwei jüngeren Geschwistern nach Deutschland kamen. Ihre Reise aus Aleppo, Syrien, führte sie durch die Türkei, bevor sich die Familie in Düsseldorf niedergelassen hat.

Medina sagt, dass sie bei ihrer Ankunft sehr einsam waren, weil sie kein Wort Deutsch sprechen konnten und Probleme hatten, Freunde zu finden.

Nick Kyriakidis fühlt sich mit seinen Schülern, die Deutsch als Zweitsprache lernen, besonders verbunden.

Im Laufe des letzten Jahres haben Medina, ihr Bruder und die anderen Schüler dieser Klasse täglich mit ihren iPads gearbeitet, unter anderem mit einer Reihe von Lektionen, die Kyriakidis mit Keynote erstellt hat. Heute stellt Medina einen Satz in der richtigen Wortfolge zusammen und spricht ihn mit Sprachmemos auf Deutsch in ihr iPad ein. Es gibt ihr und den anderen Schülern die Möglichkeit, den Klang von Fremdwörtern selbst und ohne Angst sich schämen zu müssen, anzuhören und dabei in ihrem eigenen Tempo zu lernen.

Schulen in ganz Europa finden neue Wege mit Hilfe von Apple-Technologie die Art und Weise, wie Lehrer und Schüler miteinander in Kontakt treten und kommunizieren, zu verbessern.

Der Schüler Mohammed Ibrahim sagt, dass er seit einem Jahr, in dem seine Familie nun in Deutschland lebt, so viel gelernt hat.

„Ich möchte jemand sein, der sie liebte, lehrte und inspirierte. Jemand, der ihnen geholfen hat, anzukommen.“

Am College Daniel Argote in Pau, Frankreich werden die Schüler mit einem Unterrichtsvideo, das von ihrem Lehrer auf ihr iPad aufgezeichnet wurde, nach Hause geschickt und am nächsten Tag gehen sie ihre „Hausaufgaben“ im Unterricht durch. Auf diese Weise können Schüler, deren Eltern nicht fliessend Französisch sprechen, ihr Lernen sowohl innerhalb als auch ausserhalb des Klassenzimmers erweitern.

An der Stenkulaskolan-Schule in Malmö, Schweden, in der 98 Prozent der Schüler Schwedisch als Zweitsprache sprechen, haben die Lehrer eine Verbesserung der Mathematiknoten um 80 Prozent festgestellt, seitdem sie damit begonnen haben ihnen ähnliche Unterrichtsvideos nach Hause zu schicken, die von einem Lehrer auf Schwedisch aufgenommen wurden.

Und an der St. Cyres School in Penarth, Wales steigerte die Senior Class von 2018, die Englisch als zusätzliche Sprache und mit dem iPad gearbeitet hatte, ihre Noten im Jahresdurchschnitt um 3,8 Punkte und übertraf damit ihre Altersgenossen, die Englisch oder Walisisch als ihre Muttersprache sprechen, im dritten Jahr in Folge.

Das iPad ermöglicht es den Schülern, in ihrem eigenen Tempo zu arbeiten, während sie eine neue Sprache lernen.

Im Mai kündigte Apple an, dass der Malala Fund eine Partnerschaft mit der Berufsschule Simplon eingegangen ist, um die Programmiersprache Swift benachteiligten Gruppen in Frankreich beizubringen — mit einem Schwerpunkt auf Flüchtlingen und vertriebenen jungen Frauen. Der Lehrplan ‚Jeder kann Programmieren‘ von Apple wird ihnen helfen die praktischen Fähigkeiten zu erwerben, die für eine Karriere in der Softwareentwicklung erforderlich sind. Apple wird Mittel für die Einstellung und Ausbildung von Lehrern sowie notwendiger Geräte inklusive iPads bereitstellen.

Kyriakidis und Hadjeri sagen, dass sie sich wünschten, sie hätten damals als sie jung waren auch Zugang zu der heutigen Technologie gehabt. Als Kinder kamen beide Männer nach Deutschland ohne die Sprache zu sprechen und haben es selbst erlebt, wie es ist, sich an einem neuen Ort isoliert zu fühlen. Das ist auch einer der Gründe, warum die Schüler mit beiden Lehrern eng verbunden sind — ein Gefühl, das auf beiden Seiten vorherrscht.

„Sie sind wie meine Kinder“, sagt Hadjeri, der schon oftmals in die Schule kam und erfahren musste, dass einer der abwesenden Schüler mit seiner Familie abgeschoben wurde. „Ich möchte jemand sein, der sie liebte, lehrte und inspirierte. Jemand, der ihnen geholfen hat, anzukommen — das ist es, was ich immer wollte, aber nie hatte. Jemand, der es dir sagt … lass dich nicht entmutigen, du wirst es schaffen.“

Lehrer Nick Kyriakidis hat für seine Schüler individuelle Lektionen mit Keynote entwickelt.

Im Laufe des letzten Jahres haben Medina und Mohammed so viele Fortschritte gemacht, dass dies ihr letztes Schuljahr mit DAZ-Unterrichtsstunden mit Kyriakidis und Hadjeri sein wird. Medina hielt kürzlich im Fach Geschichte eine Präsentation über Napoleon, die in Keynote erstellt und vollständig auf Deutsch gehalten wurde. Sie hofft eines Tages Ingenieurin zu werden und ihr Bruder würde gerne als Apotheker arbeiten.

Mit Hilfe eines Übersetzers sagt Medina, dass sie in Syrien glücklich war, aber jetzt hier in Deutschland ist sie nicht nur glücklich, sie ist auch in Sicherheit.

(via Apple Presse)

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