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So funktioniert eine Corona-Tracing-App

So funktioniert eine Corona-Tracing-App

Die Welt verlangt nach einer Corona-Tracing-App. Von allen Seiten her wird eine solche App verlangt, welche Personen-Kontakte registriert und anschliessend informiert, wenn eine Person mit einer COVID-19 Infizierung sich in deiner Nähe aufgehalten hat.

Doch wie funktioniert eine solche App genau? Welche Daten werden erfasst? Sind die erfassten Daten sicher?

  • Patrick Recher hat in seinem Artikel auf republik.ch eine sehr gute Erklärung dazu veröffentlicht.

Da Apple und Google an einer Erfassung auf Systembasis arbeiten, kann davon ausgegangen werden, dass eine einheitliche Funktionalität einer Corona-Tracing-Funktion in iOS und Android so auch am genausten und einheitlich umgesetzt werden kann. Denn das ganze hat natürlich aus so seine Hindernisse, welche es zu überwinden gilt. Bluetooth ist etwas kompliziert zu bändigen.
Es ist technisch schwierig aufzuzeichnen, ob sich das „gefundene“ Smartphone hinter einer Wand, einem vorbeifahrenden Auto oder doch direkt vor einem befindet. Dazu kommt, dass in den vielfältigen Smartphones unterschiedliche Bluetooth-Sender/Empfänger verbaut sind, die für eine genaue Erfassung einheitlich arbeiten müssen.

Bei der aktuell verwendeten Technologie (siehe weiter unten, ETH & EPFL) wird auf Bluetooth LE (BLE) gesetzt. Was technisch nicht viel mit Bluetooth zu tun hat, jedoch unglücklicherweise den selben Namen trägt. Mit BLE können keine Geräte gekoppelt werden, dafür kann es sehr gut für eine Tracing-App eingesetzt werden. Es sendet auf der konzessionslosen 2,4 Ghz Frequenz und benötigt beinahe keinen Strom.

Das Problem ist allerdings, dass Bluetooth LE (2,4 Ghz ~10 cm Wellen­länge) in einem Bereich sendet, der von Hindernissen (Gewebe, Gebäude etc.) stark absorbiert wird, und dass Reflexionen des Signals die genaue Distanz­messung erschweren.

Decentralized Privacy-Preserving Proximity Tracing der EPFL und ETH Zürich

Umstritten sind Corona-Tracing-Apps im Zusammenhang mit dem Datenschutz. Beim Lösungsansatz von Apple und Google bleiben die Daten auf den jeweiligen Geräten. Erst wenn ein Nutzer seine positive Infizierung bekannt gibt, werden die Daten auf einen Server geladen.

Eine offizielle Corona-Tracing-App gibt es noch nicht. Die Schweiz ist jedoch federführend und arbeitet an einer sogenannten Tracing-App. Basierend auf der Schnittstelle von Apple und Google, ich habe hier berichtet, arbeiten Entwickler der Eidgenössischen Technischen Hochschulen in Lausanne (EPFL) und der ETH Zürich fleissig daran. Wichtig bei dem verwendeten System ist, dass die Daten dezentral auf dem Gerät gespeichert werden. Dies spricht für den Datenschutz.
Die Entwicklung ist auf GitHub einsehbar. Eine Vorabversion (ohne effektive Funktion) für iOS und Android kann bereist zu Testzwecken installiert werden. Bis zum 11. Mai soll die App für die Öffentlichkeit bereitstehen.

Die sichere Ermittlung von Kontaktpersonen könnte ein wirksames Instrument zur Bekämpfung der Verbreitung von COVID-19 sein. Ein einzigartiges, dezentralisiertes System, das im Rahmen eines internationalen Konsortiums, dem auch die EPFL und die ETH Zürich angehören, entwickelt wurde, wird demnächst mit Unterstützung des Schweizer Bundesamtes für Gesundheit eingeführt.

Und so könnte das technisch aussehen, wenn zwei Smartphones ihre Daten austauschen und anschliessend eine Übereinstimmung festgestellt wird.

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