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Das neue iPad Pro: unsere Meinung

Am 30. Oktober hat Apple das neue iPad Pro vorgestellt. Seit Mitte November bin ich das iPad Pro in der 12,9-Zoll Variante am testen.

Grosse Leichtigkeit

Zwei Dinge fallen sofort auf: das neue Design und wie leicht das iPad Pro dabei ist. Beim Design gefällt mir die beinahe flache Rückseite besonders gut. Zusammen mit den abgerundeten Ecken, geht das Design einen deutlichen Schritt weiter in die richtige Richtung. Das bauchige-Design ist somit Geschichte.

Das neue Display ist beinahe Randlos. Doch ist noch genügend Rand vorhanden um das iPad Pro vernünftig festhalten zu können. Berührungen am Rand ignoriert iOS gekonnt, wenn du das iPad am Display fest hälst.

Ein Dorn im Auge, jedoch auch Markenzeichen von iPhone und iPad ist die hervorstehende Kamera. Der Buckel ist optisch nicht schön und vermutlich technisch auch nicht nötig. Jedoch gehört dieser seit dem iPhone 6 und dem iPad Pro (2016) dazu. Das gute ist, dass das iPad Pro nicht wackelt, wenn es auf dem Tisch liegt. Da scheint die Grösse ideal zu sein. Beim iPhone XR und XS ist dies nicht der Fall. Beide wackeln, wenn sie nicht in einer Hülle stecken.

Die abgerundeten Ecken findest du auch im Display wieder. Was das ganze zu einem einheitlichen Element macht. Betrachtest du Fotos auf dem Liquid Retina Display, so erscheint dir das iPad Pro wie einen Bilderrahmen. Beim Display ist alles dabei was das Herz begehrt: Retina, True Tone und die ProMotion Technologie. Letzteres ist beim App-Wechsel und beim Scrollen durch Apps und Inhalte gut sichtbar. Kein stocken, keine Verzögerung. Diese Funktion ist seit dem letzten iPad Pro Bestandteil und hier im Video gut sichtbar.

iPhone XS und iPad Pro

Unglaubliche Leistung

Das iPad Pro mit dem A12X Prozessor vermag ich nicht an seine Leistungsgrenze zu bringen. Games wie Asphalt oder Lineage 2 zeigen wie rasant der A12X rechnet. Die Grafik ist unglaublich. Auf dem grossen 12,9“ Display machen Games, Filme und Fotos enorm Spass. Dazu gesellen sich vier Lautsprecher die absolut genialen Stereosound liefern. Während einem Spiel spürst du wie der Bass der Lautsprecher wirkt. Die fünf integrierten Mikrofone können auch solchen Stereosound aufzeichnen.

Kamera
Die verbaute Kamera im neuen iPad Pro wurde leider nicht verbessert, sondern gegenüber dem älteren iPad Pro (2016) sogar „verschlechtert“. Das Objektiv kommt mit 5 statt 6 Elementen und ohne optische Bildstabilisierung. Verbaut ist eine 12MP Kamera die 4K Videos aufnehmen kann und Smart HDR integriert hat. Für eine iPad-Kamera ist dies wohl ausreichend. Denn Fotos macht man damit eigentlich nicht. Anwendungen wie Augmented Reality sind auch mit dieser Kamera klasse.

Die App Shapr3D, perfekt zum Zeichnen von 3D Objekten, arbeitet sauber und schnell. Ob das iPad Pro dabei an seine Grenzen kommt bezweifle ich. Alles läuft flüssig und ohne abzustürzen. Genau so soll es sein. Dieses iPad Pro ist für aufwendige Rechenaufgaben gemacht. Videos rendern, aufwändige Grafiken bearbeiten oder auch sehr grafiklastige Spiele durchzocken. Dafür ist das neue iPad Pro gemacht.

iPad Pro Tastaturkürzel

Was auffällt ist, dass Apps sehr schnell starten und der Wechsel zwischen Apps dank des Tastatur-Kurzbefehls command+Tab super einfach ist. Wie beim iPhone X (und neuer), kann ganz unten am Display über den Strich gestrichen werden um zwischen Apps zu wechseln. Hier für euch alle Gesten des neuen iPad Pro im Video:

USB-C

Apple hat erstmals ein USB-C Anschluss in einem iOS Gerät verbaut. Dem iPad tut dieser Anschluss gut, Pro-Nutzer werden genau so das iPad professionell nutzen können. Etliches Zubehör wie Digitalkamera, externe Monitore oder Geräte wie ein Mischpult können mit dem iPad verbunden und genutzt werden. Du kannst sogar dein iPhone über das iPad mit Strom versorgen.

Der Nachteil ist, dass du nun neue Kabel und womöglich Adapter benötigst. Ein weiterer Nachteil liegt beim mitgelieferten Kabel. Der Verpackung liegt nämlich ein USB-C auf USB-C Kabel und ein passendes Netzteil bei. Mit diesem kannst du dein iPad Pro aufladen.

Möchtest du das iPhone mit dem iPad Pro verbinden benötigst du ein entsprechendes Kabel. Hat dein Computer noch USB-A und du willst dein iPad Pro damit verbinden, dann gibt es dafür ebenfalls ein Kabel im Apple Store. Die Auswahl an Kabel und Adapter wurde so leider nicht kleiner. Hier ein Tipp: zum synchronisieren von Daten ist die Cloud schnell und zuverlässig und arbeitet ohne Adapter 😉

USB-C ist bei Mac und iPad die Zukunft bzw. bereits aktuell. Beim iPhone wird Apple wohl noch länger auf den Lightning-Anschluss setzen, bis dieser dann ganz verschwindet.

Entsperren und Bedienen

Die Gestensteuerung hat es vom iPhone X auf das iPad geschafft. Da nun keine Home-Taste vorhanden ist, folgt die Bedienung auf dem iPad Pro mit Gesten. Hast du zusätzliche eine Tastatur per Bluetooth verbunden oder nutzt das Apple Smart Keyboard Folio ist es, wie oben beschrieben, sehr bequem per Tastendruck zwischen Apps hin und her zu wechseln (command+Tab).

Ein gesperrtes iPad Pro kann per zweimaligem tippen auf die Leertaste geöffnet werden. Das iPad Pro wird per Face ID entsperrt und dir wir der Home-Bildschirm angezeigt.

Face ID am iPad ist absolut genial. Ohne etwas zu tun ist das iPad entsperrt und kann genutzt werden. Das im Hoch- und Querformat. Für das iPad ist das kein Problem – das iPhone X (XS,XR) kann dies nicht.

Das wohl beste an Face ID ist, dass es dermassen schnell und unbemerkt geschieht, sodass es als Selbstverständlichkeit angeschaut wird. So etwas bewusstes wie das auflegen des Fingers ist nicht mehr nötig. Da die ganze Face ID-Technik im schwarzen Rahmen verbaut ist, kann es vorkommen, dass du die Kamera mit dem Finger verdeckst. Das iPad kann so nicht automatisch entsperrt werden. iOS gibt dann einen dezenten Hinweis, dass du die Kamera verdeckst.

Hinweis, dass Face ID Kamera verdeckt wird

Zubehör

Apple Pencil

Der Stift wurde komplett neu gestaltet. Das bemerkt man bei der Nutzung sofort.

Da der Apple Pencil nun magnetisch, zum Aufladen und Verstauen, an der oberen Kante befestigt wird, ist er immer griffbereit. Diese Tatsache fördert die Nutzung des Pencils ungemein. Auch ich greife immer öfters zum Pencil. Dieser ist sehr praktisch zum Navigieren und Markieren.

Auch wenn du das iPad Pro in der Tasche oder im Rucksack mitnimmst, hält der Pencil relativ gut an der Gehäuseseite des iPads.

Beim Zeichnen und Schreiben kommt die neue Gestenfunktion zum Zuge. Tippe zweimal mit dem Zeigefinger auf den Stift um die Funktion zu wechseln. Je nach App kann hier eine andere Auswahl hinterlegt werden. Geeignet ist zum Beispiel der Wechsel zwischen Stift und Ragiergummi oder Stift und Markierer.

Apple Pencil

Smart Keyboard Folio

Wenn du ein iPad Pro kaufst wirst du sicher etwas als Zubehör dazukaufen um das Gerät zu schützen. Hier empfiehlt sich das Smart Keyboard Folio, wenn du das iPad Pro zum Schreiben nutzen willst. Natürlich kann auch eine Bluetooth-Tastatur mit dem iPad Pro verbunden und genutzt werden. Der Vorteil beim Apple Zubehör ist, dass dieses die Vorder- und Rückseite schützt. Das iPad Pro ist beim Schreiben top platziert und kann in zwei unterschiedlichen Winkeln magnetisch befestigt werden. Ein weitere Vorteil ist, das diese Tastatur keine Stromzufuhr benötigt. Die Verbindung erfolgt automatisch per Smart Connector.

Das Smart Keyboard Folio ist grundsätzlich sehr dünn, hat jedoch sein Gewicht. Dafür hast du einen Rundumschutz sowie eine vollwertige Tastatur dabei.

Das Smart Keyboard gleicht demjenigen vom iPad Pro (2016). Die Tasten tippen sich gleich. Die Festigkeit wurde aber verbessert. Mit dem neuen Smartkeyboard Folio ist es möglich auf den Beinen zu tippen, wenn du auf dem Stuhl sitzt.

Beim Kauf des Smart Keyboard Folio musst du auf die Grösse achten. Die praktische und schützende Tastatur gibt es ab Fr. 199.- im Apple Store.

Smart Folio

Mit dem Smart Folio hat Apple eine mehr oder weniger klassische Hülle für das iPad Pro im Angebot. Auch diese wird magnetisch an der iPad gepappt und schützt so Vorder- wie auch Rückseite.

Beim öffnen wacht dein iPad Pro auf, das schliessen des Folio bewirkt, dass das iPad gesperrt wird.

Das Apple Smart Folio gibt es in drei Farben zum Preis von Fr. 89.-.

Zubehör kaufen oder nicht

Alle drei Zubehörelemente; Apple Pencil, Smart Keyboard Folio und das Smart Folio wurden im Vergleich zu den Vorgängerprodukten teurer. Dies obwohl, ausser beim Apple Pencil, kein grosser Mehrwert geboten wird. Wenn du dein neues iPad Pro jedoch schützen willst, kommst du aktuell nicht um das Apple Zubehör rum. Bei der Tastatur hast du eine grosse Auswahl an Bluetooth Tastaturen, die du nutzen kannst. Jedoch passt das Keyboard Folio von Apple perfekt und dient sogleich als Schutz. Nutzt du dein iPad Pro zum Schreiben, dann empfehle ich dir das Smart Keyboard Folio.

Auch der Apple Pencil wurde teurer. Ganze Fr. 40.- kostet der neue Stift mehr. Der Apple Pencil der 2. Generation kann nur mit dem neuen iPad Pro genutzt werden. Der alte Apple Pencil nur mit dem iPad Pro (2016) und iPad der 6. Generation. Apple hat hier unglücklich gearbeitet, sich aber zum Glück vom Lightning-Anschluss im Pencil verabschiedet. Hier haben wir die unterschiedlichen Eingabestifte für iPads aufgelistet.

Beim Apple Pencil stellt sich die Frage nach Preis und Auswahl weniger. Es gibt nur den einen Pencil zum veranschlagten Preis. Willst du den Apple Pencil nutzen, so kommst du um die Investition von Fr. 149.- nicht herum.

USB-C am iPad Pro

Pro

Zur Diskussion mit dem Preis von iPad Pro und Zubehör sei gesagt, dass diese Anschaffung eine auf Dauer sein wird. Wenn du dir dieses iPad Pro kaufst, wirst du 2019 sicherlich kein neues iPad Pro kaufen. Die Leistung und Funktion hält Jahre an. Apple ist sich dieser Tatsache bewusst und hat dementsprechend reagiert.

Verbesserungen beim iPad Pro sind mit iOS 13 im Herbst 2019 zu erwarten.

Zur „Pro-Frage“ gesellt sich immer wieder die Frage „Kann das iPad Pro meinen Laptop ersetzten“. Antwort, Ja und Nein.

Unterschiedliche Anwendungen erfordern unterschiedliche Geräte, bzw. haben diese zu tage geführt. iPad wird anders genutzt als ein MacBook. Wiederum ist der Gedanke beim Kauf von iPad oder iPad Pro anders oder wenn du ein iMac oder MacBook kaufen willst.

Auf dem iPad wirst du mit iOS arbeiten, auf einem MacBook mit macOS. Dieser Unterschied reicht für die meisten um einen Entschluss ziehen zu können. Die Verfügbarkeit von Apps ist gewaltig, jedoch ist eine Arbeit untereinander und der Zugriff auf Dateien eingeschränkt.

Mit einem iPad kannst du schreiben, planen, kalkulieren, zeichnen, Präsentationen vorführen und sogar Fotobücher gestalten. Jedoch hat jede App ihre Grenzen.

Die Frage ob du dich für ein iPad (mit oder ohne Pro) oder ein MacBook (auch hier mit oder ohne Pro) einscheiden solltest kannst du dir bei einem Test im Apple Store beantworten lassen.

Das iPad Pro ist am ehesten als Pro-Gerät zu nutzen, wenn du eine Tastatur dazu bereit hälst.

Preis
iPad Pro startet bei Fr. 899.- in der 11″ Variante. Das Grosse, hier getestete iPad Pro mit 12,9″ Display gibt es ab Fr. 1’139.-.

Verfügbar sind verbaute Speicher von 64 GB bis 1 TB. Obwohl 1 TB dem Pro-Gedanken dient, wirst du den Speicher kaum ausfüllen können.

Zu empfehlen ist ein iPad Pro mit 256 GB Speicher, je nach Platz in der iCloud.

Abschliessend

Abschliessend bleibt mir ein kurzes Fazit zum iPad Pro niederzuschreiben – eine neue Ära wurde eingeleitet. Das iPad Pro mit Face ID definiert das neue Design, welches wir zukünftig auch bei weiteren Geräten sehen werden. Flache Rückseite, beinahe randloses Display, super schneller Prozessor im Innern und USB-C. Der neue Anschluss ist dann praktisch, wenn du viel mit Zubehör arbeitest.

iPad Pro hat das Pro im Namen verdient.

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